Was der Axis Perspectives Report 2026 für Schweizer Sicherheitsverantwortliche bedeutet

Eine Kamera hängt seit Jahren am Wareneingang und macht genau das, wofür sie installiert wurde: Sie zeichnet auf, falls etwas passiert. Für viele Facility Manager endet dort die Aufgabe der Videoüberwachung. Anderswo liest dieselbe Kameratechnik längst mit, wie viele Lieferungen pro Stunde eintreffen, wo sich Warteschlangen bilden und wann ein Ablauf ins Stocken gerät. Der Unterschied zwischen beiden Betrieben liegt nicht unbedingt in der Hardware, sondern in der Frage, wofür man die vorhandenen Videodaten überhaupt nutzt.

Genau diese Verschiebung dokumentiert der Axis Perspectives Report 2026, der erste jährliche Branchenbericht von Axis Communications, dessen Schweizer Gold Partner wir sind, veröffentlicht im Februar 2026. Axis hat dafür Endkunden, Architekten und Fachplaner weltweit befragt. Damit liefert Axis reale Zahlen statt Vermutungen darüber, wohin sich intelligente Videoüberwachung entwickelt.

Als Partner ordnen wir ein, was das für Schweizer Sicherheitsverantwortliche in Grossunternehmen, KMU und Facility Management bedeutet. Steht die eigene Videoinfrastruktur noch für reine Beobachtung, oder liefert sie längst Daten, die auch andere Abteilungen gebrauchen könnten?

Das Wichtigste, was der Axis Perspectives Report 2026 für Sicherheitsverantwortliche liefert

Der Axis Perspectives Report 2026 zeigt, dass Videoüberwachung zunehmend mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt: Sicherheit bleibt für 89 Prozent der befragten Endkunden der Hauptzweck, doch die Nutzung für Business Intelligence stieg innerhalb eines Jahres von 20 auf 38 Prozent. Gleichzeitig nennen 44 Prozent Cybersicherheit als Top-Priorität der kommenden drei Jahre.

Was ist der Axis Perspectives Report 2026 genau?

Axis hat den Bericht im Februar 2026 zum ersten Mal veröffentlicht und will ihn künftig jährlich auflegen. Grundlage sind jährliche Befragungen von Endkunden sowie von Architekten und Fachplanern in Amerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum, ergänzt um Experteneinschätzungen und reale Anwendungsfälle aus verschiedenen Branchen. Der Bericht ordnet damit eine Entwicklung ein, die viele Sicherheitsverantwortliche im eigenen Betrieb längst spüren, aber bisher kaum belegen konnten. Kameras werden zu einem Werkzeug, das über die reine Überwachung hinausgeht.

Der Report bezieht sich dabei auf globale Zahlen, nicht nur auf Schweiz-spezifischen Daten. In diesem Beitrag ordnen wir deshalb ein, was diese Zahlen für Schweizer Sicherheitsverantwortliche bedeuten.

Warum lohnt sich ein Blick auf diesen Bericht für Sicherheitsverantwortliche?

Weil er eine Diskussion mit Zahlen unterlegt, die in vielen Betrieben bisher aus dem Bauch geführt wurde. Wer eine Investition in Videoüberwachung gegenüber der Geschäftsleitung begründen muss, bekommt mit dem Bericht eine unabhängige Referenz. Das gilt besonders für Grossunternehmen und Facility Management, wo Budgetentscheidungen selten allein von der Sicherheitsabteilung getroffen werden.

Warum steigt Cybersicherheit auf der Prioritätenliste?

44 Prozent der vom Axis Perspectives Report befragten Endkunden nennen Cybersicherheit und Datenschutz als eine der wichtigsten Prioritäten der kommenden ein bis drei Jahre. Laut Bericht liegt Cybersicherheit damit inzwischen auf Platz 2 der grössten Anliegen von Endkunden, Fachplanern und Systemintegratoren gemeinsam. Das überrascht kaum, wenn man bedenkt, wie stark Kamerasysteme heute vernetzt sind. Eine moderne IP-Kamera ist kein reines optisches Gerät mehr. Sie ist ein vollwertiger Netzwerkteilnehmer und benötigt Firmwarepflege, Zugriffsrechte und Softwareupdates wie jeder andere Computer im Unternehmen auch.

Genau darin liegt das Risiko, das viele Betriebe unterschätzen. Ein Smart Building verbindet Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und Gebäudetechnik oft über dasselbe Netzwerk. Werden einzelne Systeme dabei nicht sauber getrennt oder regelmässig aktualisiert, vervielfacht sich die Angriffsfläche. Seit der Revision des Datenschutzgesetzes ist das auch rechtlich relevant, denn wer Kamerasysteme ohne regelmässige Wartung betreibt, riskiert neben einem Cyberangriff  auch eine Datenschutzverletzung. Was bei der Videoüberwachung datenschutzrechtlich erlaubt ist und was nicht, haben wir in einem separaten Beitrag zusammengefasst.

Wie verändert sich der Nutzen von Videoüberwachung für Unternehmen?

Der auffälligste Wert im Bericht ist der Sprung bei der Nutzung für Business Intelligence, von 20 Prozent im Vorjahr auf 38 Prozent in der aktuellen Befragung. Zusätzlich setzen 42 Prozent der Befragten Video bereits gezielt zur Steigerung der operativen Effizienz ein, ein Jahr zuvor waren es 38 Prozent. Videodaten liefern damit Informationen zu Besucherströmen, Wartezeiten, Raumauslastung oder Logistikabläufen, weit über die klassische Vorfallserkennung hinaus.

64 Prozent der Endkunden nennen ausserdem die Modernisierung bestehender Infrastruktur als wichtigsten Treiber für Investitionen der kommenden ein bis drei Jahre. 41 Prozent wünschen sich zudem ein einziges, zusammengeführtes System statt mehrerer getrennter Insellösungen. Das deckt sich mit einer Beobachtung, die Telsec regelmässig in eigenen Projekten macht. Je mehr Systeme ein Betrieb parallel führt, umso schwerer wird die Verwaltung und desto grösser wird gleichzeitig das Cybersicherheitsrisiko.

Welche Rolle spielt Facility Management dabei?

Facility Manager verfügen in der Regel bereits über das dichteste Kameranetz im gesamten Unternehmen, weil sie für Eingänge, Parkflächen, Lager und Gemeinschaftsbereiche zuständig sind. Genau diese Reichweite macht sie zur naheliegenden Schnittstelle, wenn Videodaten künftig auch für Energieeffizienz, Raumauslastung oder Besucherlenkung ausgewertet werden.

Wie durchdacht eine solche Integration in einem komplexen, über mehrere Standorte verteilten Umfeld aussehen kann, zeigt ein Referenzprojekt für die Abraxas Informatik AG, den IT-Dienstleister mehrerer Schweizer Kantone und Gemeinden. Auch dort musste Videoüberwachung in eine gewachsene, sicherheitskritische Infrastruktur eingebunden werden, ohne bestehende Standards zu unterlaufen. Entscheidend war, dass die Kameratechnik dieselben Sicherheitsstandards erfüllt wie die übrige Netzwerkinfrastruktur, statt als separates, schwächer geschütztes System danebenzustehen.

Die wichtigsten Kennzahlen aus dem Axis Perspectives Report 2026 zusammengefasst

Der Bericht beschreibt, wie sich Videoüberwachung von der reinen Aufzeichnung zu einem System entwickelt, das eigenständig Muster erkennt und Prozesse anstösst. Für die Praxis zählen aber vor allem die folgenden vier Kennzahlen, sie zeigen, wo für Schweizer Unternehmen der grösste Handlungsbedarf liegt und wo Sicherheit bereits heute gut funktioniert.

Kennzahl aus dem Bericht Wert Bedeutung für Schweizer Unternehmen
Cybersicherheit als Top-Priorität 44 Prozent, Platz 2 der grössten Anliegen Kamerasysteme brauchen dieselbe IT-Sicherheitspflege wie andere Netzwerkgeräte
Video für Business Intelligence von 20 auf 38 Prozent Bestehende Kameras liefern zusätzlichen Nutzen jenseits der reinen Sicherheit
Modernisierung als Investitionstreiber 64 Prozent Ältere Kamerasysteme lohnen sich eher zu erneuern als nur zu ergänzen
Sicherheit weiterhin Hauptzweck 89 Prozent Endkunden, 96 Prozent Fachplaner Business Intelligence ergänzt die Sicherheitsfunktion, ersetzt sie aber nicht

Möchten Sie einordnen, wo Ihr eigenes System bei diesen Kennzahlen steht? Dann lassen Sie jetzt Ihr Sicherheitskonzept bei Telsec prüfen.

Wieso bleibt Sicherheit trotzdem die Basis?

Bei aller Aufmerksamkeit für Business Intelligence lohnt sich ein nüchterner Blick auf die wichtigste Zahl des Berichts. 89 Prozent der Endkunden nennen weiterhin Sicherheit als Hauptzweck ihrer Videoüberwachung, Business Intelligence kommt also zusätzlich hinzu und ersetzt die Sicherheitsfunktion nicht. Ein realistischer erster Schritt für KMU und Grossunternehmen ist deshalb eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Kamerainfrastruktur. Welche Systeme sind aktuell im Einsatz, wie alt ist die Firmware, und wird bereits mehr aus den Daten herausgeholt als die reine Vorfallsdokumentation? Wer diese Fragen beantworten kann, weiss auch, wo er bei den Kennzahlen aus dem Bericht steht und welcher Schritt als nächstes sinnvoll ist.

Daniel Blättler
«Dass Videoüberwachung heute so viel mehr leisten kann als früher, ist eine sinnvolle Entwicklung. Trotzdem gilt für uns bei jedem Projekt: Die Sicherheitsfunktion muss zuerst zuverlässig erfüllt sein, bevor zusätzlicher Nutzen überhaupt zum Thema wird.»
Daniel Blättler
Leiter Geschäftsstelle Luzern und Zug der Telsec ESS Schweiz AG

Fazit: Videoüberwachung wird zum strategischen Werkzeug

Der Axis Perspectives Report 2026 zeigt, dass Videoüberwachung für Unternehmen zunehmend mehr leistet als reine Sicherheit: Kamerasysteme liefern heute wertvolle Daten für Geschäftsentscheidungen, ohne dass die eigentliche Sicherheitsfunktion dabei in den Hintergrund rückt.

Für Schweizer Sicherheitsverantwortliche liegt der praktische Nutzen darin, die eigene Infrastruktur anhand dieser Kennzahlen einzuordnen, statt Trends unreflektiert zu übernehmen. Kontaktieren Sie uns gerne für eine unverbindliche Einschätzung, wo Ihr Betrieb heute steht.

Häufige Fragen zum Axis Perspectives Report 2026

Was ist der Axis Perspectives Report 2026?

Der Axis Perspectives Report 2026 ist der erste jährliche Branchenbericht von Axis Communications, der auf globalen Befragungen von Endkunden zu Sicherheit und Videoüberwachung basiert. Er zeigt unter anderem, wie sich der Nutzen von Kameratechnik über die reine Sicherheitsfunktion hinaus entwickelt.

Was bedeutet Video Business Intelligence bei Überwachungskameras?

Video Business Intelligence bezeichnet die Auswertung bestehender Kameradaten für betriebliche Zwecke, etwa Besucherströme, Auslastung oder Prozessabläufe, zusätzlich zur klassischen Sicherheitsfunktion.

Wie sicher sind vernetzte Kamerasysteme vor Cyberangriffen?

Vernetzte Kamerasysteme sind so sicher wie ihre Wartung. Regelmässige Firmwareupdates, saubere Netzwerktrennung und kontrollierte Zugriffsrechte reduzieren das Risiko deutlich, unabhängig vom Hersteller.

Ist eine bestehende Kameraanlage für Business Intelligence nachrüstbar?

In vielen Fällen ja, sofern die Kameras über ausreichende Auflösung und eine moderne Softwareplattform verfügen. Eine individuelle Prüfung durch Telsec zeigt, welcher Schritt im eigenen Betrieb realistisch ist.

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