Ein Kunde hält sich auffallend lange vor einem Regal mit hochwertigen Parfums auf. Er schaut sich wiederholt um und steckt schliesslich einen Artikel in seine Tasche, ohne dass es jemand merkt. In diesen Minuten entsteht ein grosser Teil des Schwunds, den der Detailhandel jedes Jahr verzeichnet.
Für das Personal ist ein solches Verhalten im hektischen Alltag kaum rechtzeitig zu erkennen. Eine klassische Überwachungskamera zeichnet die Situation zwar auf, liefert jedoch keine automatische Einschätzung des Geschehens. KI-unterstützte Videoüberwachung verändert genau das, kurz bevor das Weihnachtsgeschäft wieder für volle Gänge und überlastetes Personal sorgt.
Gerade jetzt, vor der umsatzstärksten Zeit des Jahres, stellen sich viele Filialleiterinnen und Filialleiter dieselbe Frage. Wie lässt sich verdächtiges Verhalten erkennen, bevor am Jahresende die Inventur die Lücken offenlegt?
Das Wichtigste zur KI-unterstützten Videoüberwachung:
KI-unterstützte Videoüberwachung analysiert Kamerabilder in Echtzeit und erkennt typische Diebstahlmuster wie das Verstecken von Ware oder eine Kassenöffnung ohne Kundenkontakt. Das System informiert das Personal direkt, statt dass der Vorfall erst bei der Sichtung alter Aufnahmen auffällt. Für den Detailhandel bedeutet das weniger Schwund und eine schnellere Reaktion.
Lassen Sie sich in einer kostenlosen Sicherheitsberatung unverbindlich zeigen, wo in Ihrem Geschäft das grösste Risiko liegt.
Wo stösst klassische Videoüberwachung beim Ladendiebstahl an ihre Grenzen?
Eine klassische Kamera leistet nach wie vor viel: Sie dokumentiert zuverlässig und wirkt bereits durch ihre sichtbare Präsenz abschreckend. Ihre Auswertung findet jedoch meist erst im Nachhinein statt, wenn jemand die Aufnahmen durchsieht, oft Stunden oder Tage nach der Tat. Bis dahin ist die Ware längst verschwunden und der Täter ebenso.
In stark frequentierten Geschäften mit wenig Personal bleibt für diese nachträgliche Kontrolle ohnehin kaum Zeit. Die polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik registrierte für das Jahr 2024 schweizweit einen spürbaren Anstieg bei den gemeldeten Ladendiebstählen gegenüber dem Vorjahr, wie die Medienmitteilung des BFS zeigt.
Die gemeldeten Fälle zeigen jedoch nur einen Teil des tatsächlichen Schwunds. Viele Vorfälle werden von den Betroffenen selbst gar nicht bemerkt oder aus Aufwandsgründen nicht angezeigt. Für einzelne Filialen bedeutet das, dass sich ein echtes Risiko oft erst in der Inventurdifferenz am Jahresende zeigt. Hier setzt KI-unterstützte Videoüberwachung an. Denn sie wertet das Geschehen aus, bevor es zur Zahl in der Statistik wird.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Systemen auf einen Blick:
| Kriterium | Klassische Videoüberwachung | KI-unterstützte Videoüberwachung |
|---|---|---|
| Auswertung | Manuell, meist nachträglich | Automatisch, in Echtzeit |
| Reaktionszeit | Oft erst nach der Tat | Bereits während des Vorfalls |
| Personalaufwand | Hoch bei lückenloser Kontrolle | Gering, da die Software vorfiltert |
| Eignung für Stosszeiten | Begrenzt durch menschliche Aufmerksamkeit | Konstant, unabhängig vom Kundenaufkommen |
Wie erkennt KI-unterstützte Videoüberwachung verdächtiges Verhalten im Laden?
Der Unterschied zur klassischen Kamera liegt in der Auswertung. Eine KI-gestützte Analysesoftware läuft direkt auf oder neben der Kamera und untersucht das Bild in Echtzeit auf bestimmte Muster. Dazu zählen Objekterkennung und Objektverfolgung, mit denen sich Personen, Taschen oder Warenkörbe über mehrere Kamerabilder hinweg verfolgen lassen. Bei auffälligen Ereignissen kann das System automatisch eine Meldung an das Personal auslösen.
Axis, ein Technologiepartner von Telsec im Bereich Videoüberwachung, bietet mit AXIS Object Analytics eine solche Analysefunktion an, die auf kompatiblen Netzwerkkameras bereits vorinstalliert ist. Die Software erkennt unter anderem, wenn eine Kasse geöffnet wird, ohne dass ein Kunde davorsteht, oder wenn ein Einkaufswagen durch den Ausgang geschoben wird, ohne dass vorher bezahlt wurde.
«Was uns in der Praxis überzeugt, ist die Genauigkeit der Analyse. Das System schlägt nicht bei jeder Bewegung Alarm, sondern wirklich erst dann, wenn ein konkretes Muster wie eine Kassenöffnung ohne Kunden oder ein unbezahlter Warenkorb erkannt wird.»
Welche Verhaltensmuster stuft die Software als auffällig ein?
In der Praxis kommt es auf wenige, aber eindeutige Muster an, die sich über verschiedene Branchen hinweg wiederholen. Folgende Verhaltensweisen lassen sich mit einer entsprechend konfigurierten Analysesoftware zuverlässig erkennen:
- Langes Verweilen ohne Kaufabsicht: Eine Person hält sich ungewöhnlich lange in einem Bereich auf, ohne ein Produkt mitzunehmen oder sich zur Kasse zu bewegen.
- Verstecken von Ware: Artikel werden in Taschen, unter der Kleidung oder in mitgebrachten Behältern verstaut, statt in den Einkaufswagen gelegt zu werden.
- Kassenöffnung ohne Kundenkontakt: Die Kasse wird geöffnet, obwohl kein Verkaufsvorgang stattfindet. Ein Hinweis auf möglichen internen Schwund.
- Warenkorb ohne Bezahlung durch den Ausgang: Ein voller Einkaufswagen oder Korb verlässt das Geschäft, ohne dass zuvor ein Bezahlvorgang registriert wurde.
- Ungewöhnliche Bewegungsmuster in Randzonen: Häufiges Hin und Her zwischen Lager und Verkaufsfläche ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten kann auf koordinierten Diebstahl hindeuten.
Wenn Sie wissen wollen, welche dieser Muster in Ihrem Geschäft ein echtes Risiko darstellen, können Sie jetzt direkt Ihr Sicherheitskonzept prüfen lassen.
Was bedeutet das konkret für den Detailhandel vor dem Weihnachtsgeschäft?
Vor dem Weihnachtsgeschäft steigen in den meisten Geschäften gleichzeitig die Kundenfrequenz und der Anteil an saisonalem, oft weniger erfahrenem Personal. Diese Kombination macht die Vorweihnachtszeit für die Loss Prevention besonders anspruchsvoll, denn das Stammpersonal kann unmöglich jeden Gang gleichzeitig im Blick behalten.
Eine KI-unterstützte Videoüberwachung entlastet das Team in diesen Wochen. Sie wird nicht müde und wertet jede Kamera gleichzeitig aus, ohne dass dafür zusätzliches Personal an Bildschirmen sitzen muss. Für Filialen, die bereits eine Videoüberwachung von Telsec im Einsatz haben, lässt sich die Analysefunktion häufig nachrüsten, ohne das gesamte System auszutauschen.
Was müssen Händler beim Datenschutz beachten?
Der Einsatz von Videoüberwachung mit Verhaltensanalyse unterliegt in der Schweiz dem revidierten Datenschutzgesetz. Kundinnen und Kunden müssen erkennbar darauf hingewiesen werden, dass eine Kamera im Einsatz ist, üblicherweise durch einen gut sichtbaren Hinweis am Eingang. Die Aufnahmen dürfen ausschliesslich zum angegebenen Zweck, also der Diebstahlprävention, genutzt und nicht länger als nötig gespeichert werden. Weitere Informationen zu den rechtlichen Grundlagen gibt es im Beitrag «Videoüberwachung am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?». Telsec berät Detailhändler bei der datenschutzkonformen Einrichtung, damit das System von Anfang an rechtlich sauber betrieben wird.
Fazit: Vom reinen Aufzeichnen zur aktiven Diebstahlprävention
KI-unterstützte Videoüberwachung macht aus einer reinen Aufzeichnung eine aktive Verteidigung gegen Ladendiebstahl. Sie erkennt verdächtiges Verhalten wie verstecktes Einstecken von Ware oder unbezahlte Warenkörbe in Echtzeit, entlastet somit das Team und liefert gleichzeitig eine nachvollziehbare Grundlage für die Inventur. Wer weiterhin auf reine Videoüberwachung ohne Analysefunktion setzt, verschenkt das Potenzial, das die Technologie heute bereits bietet. Kontaktieren Sie Telsec gerne, damit wir gemeinsam eine individuelle Lösung für Ihr Geschäft planen können.
Häufig gestellte Fragen zur KI-unterstützten Videoüberwachung im Detailhandel
Ist KI-Videoüberwachung gegen Ladendiebstahl in der Schweiz erlaubt?
Ja, solange die Vorgaben des revidierten Datenschutzgesetzes eingehalten werden. Dazu gehören eine sichtbare Kennzeichnung der Kameras, ein klar definierter Zweck und eine begrenzte Speicherdauer der Aufnahmen.
Was kostet eine KI-gestützte Videoüberwachung für ein Geschäft?
Die Kosten hängen von der Anzahl der Kameras, der Ladengrösse und davon ab, ob bestehende Systeme nachgerüstet werden können. Eine individuelle Beratung durch Telsec liefert eine realistische Einschätzung für die eigene Filiale.
Kann man KI-Kameras in bestehende Überwachungsanlagen nachrüsten?
In vielen Fällen ja, sofern die vorhandenen Kameras mit der entsprechenden Analysesoftware kompatibel sind. Telsec prüft die bestehende Infrastruktur und zeigt auf, wo sich eine Nachrüstung lohnt.
Wie zuverlässig ist KI-Verhaltenserkennung bei Ladendiebstahl wirklich?
Die Software erkennt definierte Muster sehr zuverlässig, ersetzt aber kein menschliches Urteilsvermögen vollständig. Sie dient als Vorfilter, der das Personal gezielt auf relevante Situationen aufmerksam macht, statt endgültige Entscheidungen zu treffen.


